Was sind Informationssysteme?

Informationssysteme versorgen betriebliche Aufgabenträger mit Informationen zur Erfüllung von Aufgaben mit Hilfe moderner Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT). Computergestützte Informationssysteme ermöglichen neuartige Geschäftsprozesse und -modelle. In der digitalen Welt sind sie ein entscheidender Wettbewerbsfaktor.

Die Vertiefung Informationssysteme ist eine Teildisziplin der Betriebswirtschaftslehre. Sie beschäftigt sich mit der Nutzung und Gestaltung von Informationssystemen für betriebliche Aufgaben und Prozesse.

Beispiele für betriebliche Informationssysteme

Folgende Beispiele von Informationssystemen verdeutlichen die Kernobjekte des Fachs:

  • Systeme zur unternehmensweiten Planung und Steuerung von Ressourcen (z.B. Personal, Material und Maschinen) - Enterprise Resource Planning (ERP)-Systeme,

  • Systeme zur Steuerung des Informations- und Materialflusses in unternehmensübergreifenden Liefernetzwerken - Supply Chain Management (SCM)-Systeme,

  • Systeme zum Management der Beziehung des Unternehmens zu seinen Kunden - Custormer Relationship Management (CRM)-Systeme,

  • Systeme zur Abwicklung von Verkaufs- und Geschäftsprozessen über das Internet - E-Business-Systeme,

  • Systeme zur Bereitstellung von Bürgerdiensten über das Internet.

Innovative IKT ermöglichen werthaltige betriebliche Abläufe und Geschäftsmodelle. Beispiele sind Vendor-Managed-Inventory-Konzepte, bei denen Lebensmittelhersteller die Bestandskontrolle und das Wiederaufstocken von Artikeln im Einzelhandel übernehmen.

Neue Geschäftsmodelle werden durch das Internet ermöglicht. Beispiele sind virtuelle Handelsunternehmen wie Amazon oder Discountbroker wie CortalConsors. Der Einsatz von Informationssystemen muss wirtschaftlich erfolgen. Betriebliche Aufgaben sollen so unterstützt werden, dass sie einen Wertbeitrag zum Unternehmen leisten.

Schwerpunkte und Anforderungen

Der fachliche Schwerpunkt liegt einerseits in der Nutzung sowie im Management dieser Systeme und andererseits in deren Konzeption und Entwicklung. Was erfolgreich genutzt werden soll, muss zuvor konzipiert und entwickelt werden.
Ein Absolvent des Fachs Informationssysteme muss daher über ein fundiertes betriebswirtschaftliches Problemlösungswissen verfügen, das mit spezifischen Kenntnissen im Bereich der IKT erweitert wird. Technische Vorkenntnisse, wie z.B. Programmierung, sind nicht erforderlich; sie können im Rahmen des Vertiefungsangebots erworben werden.

Informationssysteme als Produktionsfaktor und Wegbereiter der digitalen Ökonomie

In der heutigen Geschäftswelt gibt es kaum Geschäftsprozess oder Aufgabenstellung, die nicht mit IKT unterstützt werden. Zukünftig ist damit zu rechnen, dass die Durchdringung der Unternehmen mit Informationssystemen weiter fortschreitet. Das Ergebnis wird eine globale, digitale Ökonomie sein, in der vernetzte Unternehmen den Austausch von Sach- und Dienstleistungen über Informationssysteme anbahnen, vereinbaren und abwickeln. Der elektronische Geschäftsverkehr und die elektronische Verwaltung werden gravierende Auswirkungen für Wirtschaft und Gesellschaft haben, die zu gestalten und zu bewältigen sind.

Deutschlands Position in der globalen digitalen Ökonomie hängt von der innovativen und effektiven Nutzung von Informationssystemen ab. Diese kann nur garantiert werden, wenn die dafür erforderlichen Technologien und Dienstleistungen auch hierzulande weiterentwickelt werden, um auf den Weltmärkten wettbewerbsfähig zu sein. Der Weltmarktführer im Bereich der Unternehmenssoftware, die SAP AG, ist ein gutes Beispiel hierfür. Neben der SAP AG gibt es hierzulande über 5.000 Software- und IT-Dienstleistungsunternehmen, die mit nur 3% der Beschäftigten des Landes über 15% des Bruttoinlandsproduktes erwirtschaften. Nur die weitergehende Durchdringung von Geschäftsprozessen mit IKT kann sicherstellen, dass Deutschland auf diesem Gebiet einen Schritt voraus ist.

Informationssysteme als fachliche Option auf die Zukunft

Ohne Informationssysteme wird die Sicherung dieser Wettbewerbsposition nicht gelingen. In Deutschland fehlen laut Branchenverband BITKOM über mehrere Tausend qualifizierte Fach- und Führungskräfte. Dabei wird dem Schnittstellenwissen zur Betriebswirtschaftslehre eine entscheidend Bedeutung beigemessen. Nur wer die betrieblichen Anforderungen kennt, wird in der Lage sein, innovative Systeme zu gestalten und zu nutzen. Durch ein Studium des Schwerpunkts Informationssysteme können Sie sich Ihre persönliche Option auf die Zukunft erwerben.

Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterErfahren Sie, warum Sie diese Option auf die Zukunft am besten in Mannheim einlösen!